Atelierrundgang der Lister Künstler – die HAZ berichtet

Die Redakteurin Sonja Steiner von der HAZ schrieb am  10.11.2016:

Zum 15. Mal öffneten Lister Künstler beim Atelierrundgang ihre Räume, um interessierten Besuchern einen Einblick in ihr Schaffen zu geben. In einer Gemeinschaftsausstellung in dem großen Atelier von Frîa Hagen konnten sich die Kunstinteressierten einen Überblick über die teilnehmenden Künstler verschaffen.

stadtanzeiger-ost-do-10-11-2016-1Und schon hier wird mit Bildern, Skulpturen, Grafiken, Zeichnungen und Installationen die Vielfalt der Stile und Materialien sichtbar. Einer der ausstellenden Künstler ist Wilfried Ohrenberg, der seit 2003 an der vom Kulturbüro der Stadt Hannover geförderten Ereignis teilnimmt. Sein Arbeitsschwerpunkt sind Skulpturen aus Holz und Drahtbilder. Die Idee, dieses eher ungewöhnliche Material als kreatives Mittel für seine Kunst zu nutzen, kommt direkt aus der Zeichnung. „Mit dem Draht hebe ich die Zeichnung aus der Zweidimensionalität heraus und habe dann einen Raum“, erzählt Wilfried Ohrenberg in der Ateliergemeinschaft „Bildarium“ in der Isernhagener Straße. Durch Licht und Schatten werden die Umrisse des Objekts auf der weißen Wand wieder zweidimensional und es entsteht zusätzlich ein zweites Bild. „Ich mache dazu nur eine kleine Vorzeichnung“, erklärt er weiter. Das mit „Sündenbock“ betitelte Drahtbild etwa zeigt verschiedene Szenen aus der Mythologie und Geschichte, ein Ziegenbock und mehrere Figuren sind erkennbar. „Die Geschichte zeigt ja, dass es verschiedene Möglichkeiten gab, seine Sünden loszuwerden – so den sprichwörtlichen Sündenbock, auf den man seine Sünden übertragen konnte, aber auch Ablassbriefe waren beliebt“, meint Ohrenberg mit einem Augenzwinkern.Im „Bildarium“ sind zudem Objekte von Lichtbildhauer Franz Betz sowie Holzschnitte und Linoldrucke von Michael Scheller ausgestellt.

Gleich um die Ecke in der Steinmetzstraße befindet sich das kleine Atelier des Malers und Gitarristen Francesco Lamazza. Hier sind groß- und kleinformatige Ölbilder vor allem mit Unterwasserwelten zu entdecken, die den Betrachter mit ihrer vielschichtigen Farbgebung zur intensiven Auseinadersetzung einluden. Dass Lamazza viel Sinn für Humor hat, zeigt sich in einem kleinen Objekt, bestehend aus mehreren auf Draht befestigten abstrakten Figürchen. Angetippt, geraten sie in Bewegung. „Das ist ein Palaver auf der Piazza, in Italien reden die Leute immer viel und jeder weiß es besser als der andere“, schmunzelt Lamazza.

Die Idee des Atelierrundgangs ist es, dass alle Orte rund um den Lister Platz an einem Nachmittag besucht werden können. Zur Lister Künstlergemeinschaft gehören neben den erwähnten Künstlern Leiv Warren Donnan, Michaela Hanemann, Helena Jahnke, Guido Kratz, JoHannes Lühn, R.F. Müller, János Nádasdy, Wiebke Otte, Dietlind Preiß, Eva Maria Stockmann und Holle Voss.

Text und Fotos: Sonja Steiner

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